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Künstlerischer Leiter und Dirigent

Chorleiter Jürgen BischofJürgen Bischof wuchs in einer musikalischen Umgebung auf. Mit der Einschulung begann seine Ausbildung im Fach Klavier. Er tanzte im Kinderballett und sang im Kinderchor des Opernhauses Erfurt. Danach besuchte er sieben Jahre das Internat der Dresdner Kapellknaben an der Kathedrale der Elbestadt und erhielt dort eine umfangreiche musikalische Ausbildung. In Dresden übernahm er erste solistische Aufgaben und begann mit dem Orgelunterricht. Jürgen Bischof studierte anschließend an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar, die er 1978 mit Diplom und Staatsexamen verließ und ging als Lehrer für Gesang und Tonsatz an die Musikschule Prenzlau. Zu seinen Lehrern an der Hochschule gehörten Dozent Gerd Neumann, Prof. Christa Lehmann und Prof. Dr. Hans John. Jürgen Bischof zeigte schon früh Interesse an der Musikwissenschaft, das mit seiner Diplomarbeit „Die Leitmotivtechnik der frühen Wagner-Opern“ seine erste umfangreiche Niederschrift und dem Prädikat „sehr gut“ entsprechende Anerkennung fand. Bereits 1980 übernahm er das Direktorat der Musikschule Prenzlau. Nach der Kreisgebietsreform wurde die Prenzlauer Musikschule Hauptstelle der Kreismusikschule Uckermark, erhielt ein neues Domizil, und Jürgen Bischof wurde 1995 zum Kreismusikschuldirektor berufen. Gleichzeitig war er von 1996 bis 2004 Intendant des Preußischen Kammerorchesters beim Landkreises Uckermark. Seit 2004 ist Jürgen Bischof Geschäftsführender Direktor der Uckermärkischen Kulturagentur gGmbH, die seit August 2004 Träger des Preußischen Kammerorchesters ist.  Die Kulturagentur organisiert zudem den Uckermärkischen Orgelfrühling und ist Veranstalter des Bebersee Festivals – das Internationale Kammermusikfestival in der Schorfheide.

1990 wurde Jürgen Bischof künstlerischer Leiter des Uckermärkischen Konzertchores Prenzlau sowie des Jugendchores am Scherpf-Gymnasium Prenzlau. Auf Initiative ambitionierter Choristen gründete er 2004 den unter seiner musikalischen Leitung wirkenden Kammerchor Prenzlau an der Kreismusikschule Uckermark, der live im Rundfunk Berlin-Brandenburg sang und 2006 und 2010 das Abschlusskonzert der Uckermärkischen Musikwochen sowie erfolgreich Gastkonzerte im Kloster Neuzelle, im Schweriner Dom, im Collegium maius der Alten Universität Erfurt und in der Bach-Kirche Arnstadt absolvierte. Auch mit dem Konzertchor erarbeitete Jürgen Bischof ein vielseitiges Repertoire. Das Ergebnis waren beachtete Aufführungen u.a. von Mahlers „Auferstehungs-Sinfonie“, Verdis „Messa da Requiem“ sowie Mozarts und Rutters „Requiem“, der „Grande Messe des Morts“ von Berlioz, der 9. Sinfonie und der Chorfantasie von Beethoven, von Haydns „Die Schöpfung“, Dvořáks, Bruckners und Rejchas „Te Deum“, Mendelssohns 42. Psalm, Francks „Die sieben Worte Jesu am Kreuz“, Bachs „Weihnachtsoratorium“ und „Johannes-Passion“, Händels „Der Messias“ sowie Carl Orffs „Carmina Burana“. Mit nachklingendem Erfolg studierte er auch „Die Czardasfürstin“, „Die Fledermaus“, „Die lustige Witwe“ und Beethovens Oper „Fidelio“ sowie Opernszenen von Lortzing, Smetana, Verdi und Wagner für konzertante Aufführungen ein. Im Auftrag der Uckermärkischen Bühnen Schwedt übernahm Jürgen Bischof die Bildung, Einstudierung und Leitung der Projektchöre für die Bühnenproduktionen „Im weißen Rössl“ (2011) und des Cross-over-Musicals „Amore mio – Das Figarokomplott“ (Uraufführung 2016).

Kontinuierlich pflegt Jürgen Bischof A-Cappella-Kompositionen aller Epochen.

Mit seinen Ensembles gastierte Jürgen Bischof in Litauen (1994 und 2015), Italien (Sizilien) sowie Frankreich, mehrmals in Russland, Polen und in der Schweiz. Die Konzertreise des Kammerchores 2012 nach Russland wurde vom Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg finanziell gefördert. Auch durch Gastdirigate von Chören aus mehreren Ländern ist Jürgen Bischof hervorgetreten. Er pflegt intensive Kontakte zu Künstlern und Ensembles des In- und Auslandes. Gesangs- und Orgelschüler von ihm nahmen erfolgreich an Landes- und Bundeswettbewerben „Jugend musiziert“ teil. Zahlreiche CD-, DVD- und Funkproduktionen standen und stehen unter seiner musikalischen Leitung.

Jürgen Bischof ist Gründungs- und war langjähriges Vorstandsmitglied des Vereins „Uckermärkische Musikwochen“. Er ist Initiator und Förderer zahlreicher Musikreihen („Berühmte Chöre zu Gast in Prenzlau“) und von Benefizkonzerten zugunsten sozialer und denkmalpflegerischer Projekte, so auch für St. Marien Prenzlau und Dorfkirchen in Brandenburg und Thüringen. Seit 2004 ist er Mitglied des Künstlerischen Beirates des Internationalen Chorfestivals Stettin und des Internationalen Chorfestivals Moskau. Dort leitet er seit 2013 regelmäßig Seminare zur Deutschen Chormusik. 2007 wurde er vom Landrat des Landkreises Uckermark zum Mitglied des Beirates der Regionalmarke UCKERMARK berufen.

Für seine Verdienste und künstlerische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, so mit dem Fritz-Reuter-Preis als Ensembleleiter, dem Kulturpreis der Stadt Prenzlau und als Chorleiter des Konzertchores mit dem „Preis der Stadt Prenzlau“. 2015 wurde Jürgen Bischof das Ehrendiplom des Polnischen Chor- und Orchesterverbandes verliehen. Prenzlaus Partnerstadt Pochwistnewo und das Gouvernement Samara ehrten Jürgen Bischof 2016 für seine Initiativen und seinen Beitrag in den kulturellen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland.


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