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Vorgestellt: Der Uckermärkische Konzertchor Prenzlau

Stadtgespräch (Kundenzeitung der Wohnbau GmbH Prenzlau) Nr. 1/2015

Wenn der Beifall aufbrandet, ist die Anstrengung vergessen

Nicht jeder Tag ist gleich. Und es ist wahrlich nicht immer so, dass Anke Kehn vor Freude schon auf dem Weg zur Chorprobe hin jeden Donnerstagabend ein Lied anstimmen könnte. »Manchmal muss ich mich aufraffen. Meist geht es direkt vom Schreibtisch im Rathaus hin zur Musikschule, wo wir proben.« Mitglied des Uckermärkischen Konzertchors zu sein – das ist kein beliebiges  Hobby.  Hier wird auch in der Freizeit viel Disziplin abverlangt. Die bringen die mehr als 70 aktiven Sängerinnen und Sänger auch mit. Und noch eins vor allem: die Liebe zur Musik. Die eint, die schweißt zusammen, die macht aus dem Hobby eine Leidenschaft und lässt die Stunden des harten Probens vergessen, wenn der Beifall aufbrandet. Bei der Musik zur Abendstunde im Friedgarten des Dominikanerklosters, bei den traditionellen Weihnachtskonzerten in St. Nikolai oder bei einem der vielen anderen Konzerte, die jedes Jahr auf dem Programm stehen.


Chorleiter Jürgen Bischof ist stolz auf das Ensemble. Er wird nicht müde, dies zu betonen. Denn selbstverständlich, das weiß auch er, ist nicht, was die Choristen leisten. »Die meisten von ihnen sind im Job eingespannt, haben Familie, Verpflichtungen. Das, was ich ihnen dann noch abverlange, ist nicht ohne.« Und das nun schon seit 25 Jahren. »In diesem Jahr feiere ich mit dem Chor Silberhochzeit«, sagt  er spaßend. Ob es damals, 1990, eine Liebesheirat gewesen sei? Er zuckt mit den Schultern. »Es war ja niemand anderer da, der zu diesem Zeitpunkt in Ulrich Schirrmeisters Fußstapfen treten wollte.« Jürgen Bischof war das, was man ›prädestiniert‹ nennt, war er doch bereits Leiter der Musikschule, leitete zu diesem Zeitpunkt mehrere Ensembles und hatte somit Erfahrung.

Doch die Geschichte des Chores ist weitaus älter. Hervorgegangen ist der heutige »Uckermärkische Konzertchor Prenzlau« aus dem  Männergesangsverein 1892 und dem 1972 gegründeten Frauenchor. Die hatten sich 1977 zum »Konzertchor Prenzlau « zusammen getan. Der wiederum wurde 1983 umbenannt in »Uckermärkischer Volkschor«. Das passte auch. Denn die kamen »aus dem Volk«. Das ist heute noch so.

Alle Altersgruppen sind im Chor vertreten, Frauen wie Männer, Schüler und Rentner. Hier singt die Verwaltungsangestellte neben dem Architekten, der Feuerwehrmann neben der Lehrerin. Dennoch: der Name ›Volkschor‹ passte nach der Wende nicht mehr wirklich. »Wir  wollten neue Wege gehen. Auch mit dem Chor«, so Jürgen Bischof. Und so gibt es seit 1991 den »Uckermärkischen Konzertchor  Prenzlau«. Der hat es zu großer Anerkennung gebracht. Nicht nur in Prenzlau oder der Uckermark. Renommierte Dirigenten und  Orchester schwärmen, wenn sie mit dem Chor arbeiten, von dessen Professionalität und dem hohen Anspruch. Die Projekte sind  ambitioniert. Im In- und Ausland. Gearbeitet wurde und wird mit namhaften Dirigenten, Ensembles und Solisten.

Auch als Veranstalter ist der Chor aktiv und begeisterte in der Reihe »Berühmte Chöre zu Gast in Prenzlau« mit prominenten Gästen wie  unter anderem dem Dresdner Kreuzchor, den Thomanern oder den Regensburger Domspatzen. Darüber hinaus packen die Chormitglieder  immer wieder selbst die Taschen. Sie gastierten unter anderem in Polen, Litauen, der Schweiz, Italien ebenso wie in  Deutschland. In diesem Jahr nehmen sie in Litauen im September an einem Internationalen Chorfestival teil.

Seit 2004 ist der Konzertchor Mitveranstalter des Internationalen Chorfestivals Stettin, das alle zwei Jahre Teilnehmer aus über zehn  Ländern begrüßt. Auch die Aufführung der »Carmina Burana« von Orff zur Landesgartenschau in Prenzlau oder die besonderen  Konzertaufführungen zu den Uckermärkischen Musikwochen – unter anderem mit Händels »Messias« oder der Auferstehungs-Sinfonie  von Mahler gehören zu den Höhepunkten in der Vita des Chores. Darüber hinaus sind eine Reihe von CD- und DVD-Produktionen in den  zurückliegenden Jahren entstanden.

Eines der Mammutprojekte des Chores übrigens hat auch Anke Kehn zu den Sängern stoßen lassen: »Als 2000 die Aufführung der  ›Carmina Burana‹ in der Marienkirche geplant war und nach Sängerinnen und Sängern gesucht wurde, habe ich mich einfach gemeldet,  es ausprobiert und bin geblieben.«

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Klostergartenkonzert (Foto: Alexandra Martinot)




Jürgen Bischof (Foto: Alexandra
                Martinot)
Weihnachtskonzert (Foto:
                Alexandra Martinot)