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Porträt Dagmar Krecker

Uckermarkkurier vom 26./27.04.2014

Diese Frau geht singenden Herzens

Von Monika Strehlow

Dagmar KreckerUckermark. Als sie an den Stimmbändern operiert wurde, bangte Dagmar Krecker um ihren Beruf. „Als Lehrerin steht einiges auf dem Spiel, wenn man plötzlich nicht mehr sprechen kann.“ Doch die OP gelang und danach riet ihr Mann, die Stimme mit Kinderliedern zu üben. Und es funktionierte: Vom „Alle meine Entchen“ an kletterte sie die Tonleiter wieder hoch und runter. Längst kommt niemand mehr am Uckermärkischen Konzertchor vorbei, ohne Dagmar Krecker zu erwähnen.Seit 34 Jahren  tritt sie mit dem Ensemble auf, das seinerseits auf eine lange Tradition zurückschauen kann.

„Ich singe, seit ich zehn Jahre alt war“, erinnert sie sich an den ersten Schulchor, damals noch in Berlin. Auch an der Uni ließ sie sich das Singen nicht nehmen. In Prenzlau ist sie bekannt, wie der berühmte bunte Hund. Nicht nur, weil 4000 Schüler durch die Hände der Deutsch- und Russischlehrerin an der Linden-Schule gingen,  wo sie mit ihrem Mann den Schulchor führte. Singen ist das Lebenselixier von Dagmar Krecker. Da klingt es nur logisch, dass sie nach der Wende den  Uckermärkischen Konzertchor Prenzlau e.V. mitbegründete und im Vorstand mitarbeitete. Doch jetzt reichte die 76-Jährige den Staffelstab als Vorstandsvorsitzende an  Elke Rosius weiter. „Wir sind froh, dass sie sich bereit erklärte, diese Aufgabe zu übernehmen“, sagt die Prenzlauerin und versichert: „Natürlich werde ich sie  unterstützen, wo Hilfe nötig ist.“

Denn viele Projekte stehen in den Startlöchern. So wie zu Pfingsten das Internationale Chorfestival in Stettin, bei dem der Chor zum Auftakt am 5. Juni den „Minjona“-Chor der Universität Riga und den Kammerchor der Kunstakademie Stettin begrüßen wird. Am 8. Juni singt der Konzertchor mit dem Chor der Universität Gdansk und dem Philharmonischen Chor Dresden zum Festivalabschluss in der Stettiner Kathedrale. Am Programm hatte der Leiter des Konzertchores Jürgen Bischof  als Mitglied des künstlerischen Festivalbeirates maßgeblich mitgewirkt. Auf ihn hält Dagmar Krecker große Stücke. „Ohne sein Engagement hätten wir viele Pläne nicht  umsetzen können.“

Das bekannteste Projekt ist die Eröffnung des Prenzlauer Kultursommers mit der „Musik zur Abendstunde“. Dieses Konzertformat hatte Bischof mit dem Konzertchor  und dem Preußischen Kammerorchester nach 1990 ins Leben gerufen. Am 20. Juni wird auch der Kammerchor dabei sein, wenn doppelchörige Madrigale, der  musikalische Naturzyklus „Klänge aus Mähren“ von Antonin Dvorak sowie heitere Chormusik, Volksund Abendlieder erklingen.

In der Sommerpause empfängt der Verein des Konzertchores mit den Regensburger Domspatzen neue Gäste in seiner Reihe „Berühmte Chöre in Prenzlau“. Bevor der Knabenchor am 20. Juli in der Nikolaikirche  auftritt, werden sich die Vereins- und Chormitglieder wieder als tolle Gastgeber beweisen, davon ist Dagmar Krecker überzeugt. Dankbar hebt sie die Unterstützung des gesamten Chores hervor, die sich gerade bei  diesen organisatorisch anspruchsvollen Höhepunkten bezahlt macht. Die Sänger selbst sind auf ihren Gastspielen auch immer freundlich empfangen und umsorgt worden, erinnert sie sich an viele Reisen unter  anderem nach Lettland, Polen, Italien und in die Schweiz. Sie hofft, noch lange dabei sein zu können. Denn die Gemeinschaft unter den Sängern ist ihr ein und alles, besonders seit sie vor Jahren schon ihren Mann verlor.

Mitsingen will sie so lange wie möglich – im Anzug bei den Männern stehend. Denn nach der Operation fiel ihre Stimmlage in den Tenor. So hat sie sich längst alle Auftritte 2014 vorgemerkt. Von Festkonzerten  zum 25. Jahrestag des Mauerfalls Anfang November in Prenzlau und Berlin, über die Weihnachtskonzerte bis zu Beethovens neunter mit dem Schlusschor „Ode an die Freude“ am 28. Dezember an den Uckermärkischen Bühnen in Schwedt.

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