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Weihnachtskonzerte: 14./15. Dezember 2013

Uckermarkkurier vom 16.12.2013

Festlich mit Pauken und Trompeten

Kirche und Andacht? Nicht beim Weihnachtskonzert in der Prenzlauer Nikolaikirche. Dort singen die Zuhörer sogar lautstark mit.

Von Peter Buske

Prenzlau. „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind...“, heißt es in einem altvertrauten Weihnachtslied. Und alle Jahre wieder lädt auch der Uckermärkische Konzertchor Prenzlau zu seinem traditionellen Weihnachtskonzert in die Nikolaikirche ein. So auch am dritten Adventswochenende, an dem die Sängerschar drei Konzerte unter Leitung von Jürgen Bischof gab. Instrumentale Unterstützung erhielt sie vom  Preußischen Kammerorchester, das sich seinen Aufgaben mit spielerischer Bravour, Streicherglanz und bläserischer Strahlkraft entledigte.

Doch bevor die reizvoll zusammengefügte Nummernfolge aus weltlichen und geistlichen Chorsätzen den Raum erfüllte, durchzog ihn geruchsintensiver Glühweinduft. Beifallsfreudig vollzog sich der Auftritt der  Musiker und Sänger, wobei deren Familien und Freunde mit eifrigem Winken und Zurufen besonders begrüßt wurden.

Dann hatte die Musik das Sagen. Paukenumwirbelt und trompetenglänzend meldete sie sich passenderweise mit dem Prélude aus dem „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier – besser bekannt als  TV-Eurovisionsfanfare – zu Wort.

Diesem Entree entsprechend folgte das von Felix Mendelssohn Bartholdy vertonte „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ – ein Weckruf, voller innerer Begeisterung von glanzvollen und  geschmeidigen, sauber intonierenden und höhensicheren Stimmen angestimmt. Wie aus einem Guss tönten sie, ließen sowohl die ihnen längst vertrauten Weisen als manch neuen Chorsatz außerordentlich homogen und unangestrengt ihren Kehlen entströmen. Temperamentvoll und rhythmisch drängend erklang „Carol of the Bells“, innig und hymnisch „Cantique de Noël“, swingend „Mary‘s Boy Child“ und die unverwüstlichen „Jingle Bells“.

Für Ausschnitte aus der „Christvesper des Dresdner Kreuzchores“ waren zwei kleine Gruppen von außerordentlich intonationssicheren Sängerinnen im Kirchenraum verteilt. Da konnte die Seele in vorweihnachtlicher Stimmung gleichsam baden. Händel war mit seinem „Joy in the world“ genauso dabei wie der Ohrwurm „Stille Nacht“ oder ein gospelnahes „African Alleluia“. Wie alle Jahre wieder sang das Publikum nicht nur die  gleichnamige Weise, sondern viele andere Weihnachtslieder aus vollem Halse mit.



Uckermarkkurier vom 16.12.2013

Musikmarathon - jetzt kann Weihnachten kommen

80 Sängerinnen und Sänger des Uckermärkischen Konzertchores, Solisten und 30 Musiker des Preußischen Kammerorchesters gestalten den emotionalen Höhepunkt in der Adventszeit.

Von Heiko Schulze

Prenzlau. „Alle Jahre wieder“, so heißt nicht nur der Titel eines bekannten deutschen Weihnachtsliedes. Alle Jahre wieder ziehen die drei  festlichen Konzerte, gestaltet vom Uckermärkischen Konzertchor und dem Preußischen Kammerorchester, rund zweitausend Besucher in  ihren Bann. Die Konzerte in St. Nikolai waren sehr schnell ausverkauft. Es gab sogar Wartelisten für den seltenen Fall, dass eine Karte zurückgegeben werden musste.

Seit September haben die ehrenamtlichen Sängerinnen und Sänger sich darauf vorbereitet. „Jede Woche eine Probe, dazu ein  Probenwochenende“, zollt Jürgen Bischof, der die Konzerte dirigierte, seinen Respekt. Alles aus Freude am Singen, ohne einen Cent zu  erhalten.

Dabei erhielt der uckermärkische Chor unerwartete Verstärkung aus der Schweiz. Angelika Meyer (49) aus der Partnerstadt Uster hatte extra Urlaub genommen, um mitzusingen. Sie war bei dem Konzert zum 60-jährigen Chorjubiläum im Oktober verhindert gewesen, so dass sie  ihren Besuch jetzt nachholen wollte. Für eine Woche quartierte sie sich dazu in einer Ferienwohnung in Ringenwalde ein: „Die Landschaft und die Menschen hier sind toll. Bestimmt komme ich wieder“, schwärmt sie.

Die Schweizerin Angelika Meier
                beim Weihnachtskonzert 2013 (Foto: Heiko Schulze)
Weihnachtskonzert 2013 (Foto: Heiko Schulze)
Jürgen Bischof beim
                Weihnachtskonzert 2013 (Foto: Heiko Schulze)




Uckermarkkurier vom 14.12.2013

Sänger fiebern dem Auftritt entgegen

Die Weihnachtskonzerte des Uckermärkischen Konzertchores sind legendär, die Karten meistens schon lange vorher ausverkauft. Die Auftritte sind eigentlich ein Selbstläufer, dennoch greift das Lampenfieber um sich, je näher die Termine rücken.

Von Benjamin Vorhölter

Felicitas Richter und Oliver Wunderlich
        bei der Vorbereitung auf die Weihnachtskonzerte 2013 (Foto:
        Benjamin Vorhölter)Prenzlau. Die Liedermappe platzt aus den Nähten. Sie ist gefüllt mit Notenblättern. Jede Menge Weihnachtslieder, klassische, besinnliche und feierliche Stücke. Felicitas Richter steht mit ihrer Notenmappe im  Treppenhaus der Kreismusikschule in Prenzlau. Gleich beginnen die Proben des Uckermärkischen Konzertchors. Die Sängerinnen und Sänger bereiten sich auf das festliche Weihnachtskonzert in der Nikolaikirche vor. Der Konzertchor tritt am Sonnabend um 16 Uhr und um 20 Uhr sowie am Sonntag um 15 Uhr auf.

„Die Karten für die Konzerte sind vollständig ausverkauft“, sagt Felicitas Richter. Sie ist eines von 80 aktiven Chormitgliedern, die seit Monaten für die Auftritte in der Nikolaikirche proben. Seit September feilen die  Sänger mit Chorleiter Jürgen Bischof an ihrem vielfältigen Repertoire. Ein Drittel davon besteht aus neuen Liedern, ein weiteres Drittel enthält Stücke aus dem vergangenen Jahr. Der Rest des Programms beinhaltet  Klassiker des Konzertchores wie das „Cantique de Noël“ oder das „Ave Maria Glöcklein“. „Wir sind immer ein wenig aufgeregt, obwohl wir das jahrelang machen“, sagt Felicitas Richter vor den Auftritten. Sie ist seit  34 Jahren Mitglied im Konzertchor. Beim Weihnachtskonzert trifft ihre erfahrene Alt-Stimme auf den jugendlichen Bass von Oliver Wunderlich. Der Gymnasiast ist eines der musikalischen Talente des Konzertchores. Er singt im Jugendchor des Christa-und-Peter-Scherpf-Gymnasiums, spielt Klavier und nimmt Gesangsunterricht bei Jürgen Bischof. Dem Chorleiter und Musikschuldirektor schaut Wunderlich, der Musik und  Gesangspädagogik studieren will, regelmäßig über die Schultern. Im Konzertchor hat der 16-Jährige bereits einen festen Platz eingenommen. Wunderlich hat schon zweimal die Chorprobe geleitet und hilft beim Stimmen einüben. „Das hat er brilliant gemacht“, sagt Felicitas Richter, die wie ihr junger Gesangspartner das Singen in der Gemeinschaft schätzt. Singen sei ein Stück Leben, das gehe unter die Haut. Nach dem Auftritt die glücklichen Gesichter des Publikums zu sehen, sei irre, meint die 59-Jährige. Beim Weihnachtskonzert am Wochenende ist Gänsehaut garantiert.

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