Hauptnavigation
Aktuell + Konzerte/Proben + Chor/Leitung + Vereinsleben + Förderer/Kontakt + Impressum
Hauptnavigation

IX. Sinfonie: 15./16. Dezember 2012

Uckermarkkurier vom 02.01.2013

Freudenbotschaft en miniature

Mit Beethovens Neunter lässt das Preußische Kammerorchester bei seinem Jahresendkonzert in Schwedt das Jahr 2012 ausklingen.

Von Peter Buske

IX. Sinfonie in Schwedt/Oder (Foto:
        Stefan Csevi)Schwedt/Oder. Den Menschen die Botschaft zu verkünden, dass Freude und weltumspannende Brüderlichkeit keine Utopie bleiben müssen, ist Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125 mit Schlussschor über Schillers Ode „An die Freude“ seit ihrer Uraufführung im Jahre 1824 visionäre Aufgabe. Doch hat sich seither etwas zum Besseren gewendet? Also glaubt und hofft die uneinsichtige Menschheit Jahr für Jahr, dass es der Schöpfer droben schon richten werde, wie es in des Dichters Worten heißt.

Dieses Bekenntnisopus erklang nun am Sonntag im Großen Saal der Uckermärkischen Bühnen Schwedt. Für dieses traditionelle Ereignis im Zwei-Jahres-Rhythmus sind das aushilfsverstärkte, in sinfonischer  Besetzung angetretene Preußische Kammerorchester unter Leitung seines ehemaligen Chefdirigenten Daniel Inbal engagiert. Das vokalsinfonische Finale verstärken der UckermärkischeKonzertchor Prenzlau, der  Konzertchor „Collegium Maiorum“ Szczecin, Mitglieder des Philharmonischen Chores Neubrandenburg und ein gut zueinander passendes Solistenquartett.

Die Musiker sind in ein orangefarbenes Licht getaucht. Sollte dies ein Fingerzeig für eine eher lyrisch geprägte Lesart des Dirigenten sein? Zart und zaghaft, leise und tastend beginnt der erste Satz, ehe es nach der  Abfolge leerer Quinten zu einer ersten Kulmination kommt. Allerdings bleiben die Energieausbrüche vergleichsweise klein. Da haben es nachfolgende Ermattungen und erneutes Kräftesammeln schwer, notwendigen  Konfliktstoff zu erzeugen. Und so findet konfliktreiches Ringen und Wühlen nur en miniature statt. Die von sieben ersten Geigen angeführte Spielergemeinschaft mag sich noch so sehr mühen – es fehlt schlichtweg  an Klangmasse. Und an präzisen Einsätzen, sauberer Intonation (besonders des Blechs) und der Bereitschaft der Musiker, den um Leidenschaft bemühten Intentionen des Dirigenten folgen zu wollen oder zu können.

Erfreulich, dass Inbal die Vortragsbezeichnungen beim Worte nimmt, nichts verhetzt oder überdehnt – also ausgewogen musizieren lässt. Bewegt, aber nicht zu schnell klingt das Scherzo eher ausdruckslos vorüber. Was passiert da zwischen und hinter den Noten? Nach diesem zweiten Satz treten gemächlichen Schrittes die Solisten und der Chor auf. Letzterer wartet regungslos stehend auf seinen Einsatz im Finale. Doch zunächst gilt es das Adagio zu genießen,das sich in großer Ruhe ausbreitet.Wenn dazu noch mehr blechbläserischer Glanz gekommen wäre …

Dann erklingt, etwas mühevoll artikuliert, die berühmte Freudenmelodie. Doch der erträumte Sieg des Gutes ist erneut in Fragegestellt,damit der Bariton (Marco Vassalli) fordern kann: „O Freunde, nicht diese Töne,  lasst uns angenehmere anstimmen“. Was Lina Liu (Sopran), YvonneWiedstruck (Mezzosopran) und Hugo Mallet (Tenor) nach bestem Wissen und stimmlichem Vermögen auch befolgen. Gestaltungsintensiv und sehr  homogen singend jubilieren die Choristen die Freude herbei, sind wahrlich feuertrunken bei der Sache. Das anhaltend applaudierende Publikum will alle Beteiligten danach kaum von der Bühne lassen.



Märkische Oderzeitung (moz.de) vom 02.01.2013

Götterfunken zum Jahresausklang

"Freude schöner Götterfunken" erscholl es am Sonntag an den Uckermärkischen Bühnen aus 80 Sängerkehlen. Zum Jahresendkonzert gaben das Preußische Kammerorchester und mehrere Konzertchöre aus der Uckermark und Polen Beethovens 9. Symphonie.

Von Kathrin Putzbach-Timm

IX. Sinfonie in Schwedt/Oder (Foto:
        Stefan Csevi)Schwedt/Oder. Sie wurde in den Konzerthäusern der Metropolen dieser Welt aufgeführt, ja, sogar in einem japanischen Kriegsgefangenenlager während des ersten Weltkrieges: die 9. Sinfonie in d-Moll op. 125, mit der sich Ludwig van Beethoven unsterblich machte. Am Sonntag gestaltete sein letztes vollendetes mehrstimmiges Orchesterwerk das Jahresendkonzert der Ubs. Was eignet sich besser für die Bilanz eines Jahres, dem nur noch wenige Stunden verbleiben, als dieses Schlüsselwerk der sinfonischen Musik, dem eine "seelenreinigende" Wirkung zugeschrieben wird?

Die an diesem Nachmittag vom Preußischen Kammerorchester, unter der Leitung von seinem ehemaligen Chef- und gegenwärtigen Gastdirigenten Daniel Inbal, aufgeführten vier Sätze gehören nicht nur zu den meist gespielten Kompositionen der Klassik. Wie kein zweites Werk der Musikgeschichte hat die Neunte bis heute andere Musiker, Dichter, Schriftsteller und Philosophen beschäftigt und geprägt. Das liegt nicht zuletzt am vierten und entscheidenden Teil der Sinfonie. Der erforderte Gesangssolisten und einen gemischten Chor. Sein Leben lang hatte sich der Schillerverehrer Beethoven mit der Idee getragen, dessen Gedicht "An die Freude" zu vertonen. Im Finalsatz konnte er diesen lang gehegten Wunsch endlich verwirklichen.

In der Schwedter Inszenierung verliehen die chinesische Sopranistin Lina Liu und Yvonne Wiedstruck, die an der Komischen und Deutschen Oper Berlin, an der Bayerischen Staatsoper München und auf internationalen Bühnen zuhause ist, der Ode ihre Stimmen. Für die männlichen Solopartien wurden der britische Tenor Hugo Mallet und Marco Vassalli, der Bariton mit italienischen Wurzeln, gewonnen. Die 80 Stimmen des Chores setzten sich aus Mitgliedern des Uckermärkischen Konzertchors Prenzlau, des Konzertchors Collegium Maiorum Szczecin und des Philharmonischen Chores Neubrandenburg zusammen.

Der fromme Wunsch "Alle Menschen werden Brüder" hat auch an der Schwelle zum Jahr 2013 nichts an Aktualität verloren. Das zur Europahymne bestimmte Hauptthema des Schlusssatzes, die in einen Beatles-Film eingegangene und bei Olympiaden für den Einmarsch genutzte Melodie hat in ihrer sinfonischen Darbietung nichts von ihrem Zauber verloren. Sie bleibt ein Gänsehautgarant. Sichtlich bewegt war Kristina Stötzer. Während es für manchen Schwedter zur Tradition geworden ist, das Jahr mit dem Konzert an den Ubs. abzuschließen, ist die gebürtige Prenzlauerin, die inzwischen in Dresden lebt, eigens angereist. Bereits im Sommer war ihr die Ankündigung in die Hände gefallen und sie hatte sich um Karten für Vater, Schwester, Schwager und die hiesige Verwandtschaft bemüht.
Der bereits ertaubte Ludwig van Beethoven konnte den Jubel der Uraufführung in Wien im Jahre 1824 nur sehen. Die Künstler auf der Schwedter Bühne konnten den minutenlangen Applaus des Publikums auch akustisch genießen. Als Ausdruck dafür, dass es ihnen ganz im Sinne des alten Meisters gelungen war, mit 74 Minuten den Menschen "einen feierlichen Tag" zu bereiten.

Zum Originalartikel (mit Fotostrecke)



Premzlauer Zeitung vom 03.01.2013

Götterfunke springt auf 600 Zuhörer über

Von Franz Roge

IX. Sinfonie in Schwedt/Oder (Foto:
          Franz Roge)

Schwedt/Oder. Das große Jahresendkonzert der Uckermärkischen Bühnen Schwedt einen Tag vor Silvester galt Beethovens Meisterwerk, der 9. Sinfonie d-Moll mit Schillers Ode „An die Freude“. Mehr als 600  Besucher ließen sich dieses Musikereignis mit der berühmten Textzeile „Freude schöner Götterfunken“ im großen Saal des Theaters nicht entgehen und zollten den fast 150 Mitwirkenden begeisterten und viele  Minuten anhaltenden Beifall.

Es musizierten die Solisten Lina Liu, Yvonne Wiestruck, Hugo Mallet und Marco Vassalli, das Preußische Kammerorchester in sinfonischer Besetzung, der Konzertchor Collegium Maiorum Stettin und der  Uckermärkische Konzertchor Prenzlau. Dirigent war Daniel Inbal. Das Konzert wurde künstlerisch durchgeführt und koordiniert von der Uckermärkischen Kulturagentur im Auftrag der Uckermärkischen Bühnen. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg berichtete im Fernsehen.

Zurück zur Übersicht