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Anton-Bruckner-Abend: 9. November 2012

Uckermarkkurier vom 12.11.2012

Musikalisches Gedenken

Zu einem chorsinfonischen Klassikkonzert luden die „Preußen“ nach Prenzlau ein.

Von Peter Buske

Prenzlau. Ein geschichtsträchtiges Datum ist er, dieser 9. November. Mit ihm verbinden sich unter anderem die Pogromnacht von 1938 und der Berliner Mauerfall anno 1989. Beider Ereignisse gedachte genau an  diesem Tag das Preußische Kammerorchester bei seinem zweiten Klassikkonzert, diesmal in der akustisch passenderen Nikolaikirche. Auf dem Programm standen zwei chorsinfonische Werke von Anton Bruckner, die dem Gedenken die passende Folie zu geben vermochten. Zunächst die Messe Nr. 3 f-Moll, die äußerlich großartigste, zeitlich ausuferndste und inhaltlich gehaltvollste der Brucknerschen Vertonungen des  Liturgietextes. Alle Beteiligten steigen unter Leitung von Thomas Hennig von einem Klanggipfel zum nächsten, dabei in der Stille von „Tälern“ die nötigen Ruhemomente findend. 75 lange Minuten dauert es, ehe die  finale Bitte um Frieden mit einem zarten Oboensolo still verklingt.

Doch zuvor toben die Gefühle. Die in sinfonischer Besetzung angetretenen „Preußen“ sowie die Singegemeinschaft aus Berliner Oratorienchor und hauptstädtischem „hardChor ELLA“ scheuen keinen dazu passenden Kraftaufwand. Doch zunächst verströmen sich weich fließende Klänge: geschmeidig und homogen gesungen, nicht weniger prägnant und sauber gespielt. Dem kehlensicher singenden Chor gebührt dabei große  Anerkennung, hat er doch die Hauptlast des musikalischen Geschehens zu tragen. Die Stimmen verschmelzen gut miteinander, wobei die Soprane mitunter in der Höhe nicht immer schärfefrei klingen. Beim  Fortefortissimo wirkt der Zusammenklang oft forciert. Damit ist die überhallige Kirche arg überfordert und liefert Klangbrei, während sie bei leisen Stellen die Stimmen leicht und sicher trägt.

Stets versteht es der Dirigent, dynamisch zu differenzieren, dabei auf Detailgenauigkeit im hymnischen wie ätherischen Musizieren bedacht. Aus dem Solistenquartett ragen die Mezzosopranistin Rita Kapfhammer mit  müheloser Stimmprachtentfaltung und der Bassbariton Haakon Schaub durch sein voluminöses, aufhorchenswertes, tiefenfundiertes Timbre heraus. Mit seinem leichten, in der Höhe jedoch angestrengt tönenden  lyrischen Tenor wirkt Wolfram B. Meyer leider überfordert. Dagegen sucht die robuste Gurgel der Sopranistin Dionysia-Niovi Klavdianou die aufbrandenden Klänge mit ziemlich unkultivierter Kraftanstrengung zu  übertönen.

Dass Masse auch Klasse bedeuten kann, beweist sich im „Te Deum“, bei dessen spannungsvoller Wiedergabe zusätzlich noch der Uckermärkische Konzertchor Prenzlau mitwirkt. Der kantig-klare Chorklang ist zu  grandiosen Steigerungen fähig und versteht es, wechselnde Stimmungen bis zum überschäumenden Jubel zu erzeugen. Die Solisten haben sich nunmehr besser aufeinander eingestellt. Dem musikalischen Erinnern an  Leid und Freiheitsjubel wird anhaltend gedankt.



Prenzlauer Zeitung vom 19.11.2012

Bruckners „Te Deum“ erfüllt Nikolaikirche

Prenzlau. In der gut besuchten Prenzlauer Nikolaikirche gaben das Preußische Kammerorchester in sinfonischer Besetzung, der Berliner Oratorien-Chor, der Uckermärkische Konzertchor Prenzlau und Mitglieder von  „hardChor ELLA“ aus Berlin kürzlich zum Gedenken an die Progromnacht vor 74 Jahren und den Fall der Berliner Mauer auch das gewaltige „Te Deum“ von Anton Bruckner zu Gehör. Das Konzert unter Leitung von  Thomas Hennig wurde zwei Tage später vor über 1200 Besuchern im Großen Saal der Berliner Philharmonie erfolgreich wiederholt. Aufführung
                von Bruckners Te Deum in der Nikolaikirche in Prenzlau
                (Foto: Franz Roge)



Prenzlauer Zeitung vom 01.11.2012

Nach Bruckner stehen Orgelpfeifen zum Verkauf

Ein stimmgewaltiges Musikerlebnis erwartet die Konzertgänger in Prenzlau. Die Einnahmen sind für St. Mariens neues Instrument.

Von Monika Strehlow

Jürgen Bischof (links) und Hannes
        Ludwig (rechts) (Foto: Oliver Spitza)Prenzlau. Die Stimmgewalt von 130 Sängern, begleitet von etwa 50 Instrumentalisten, wird am 9. November die Prenzlauer Nikolaikirche erfüllen. Unter dem Motto  „Monumentale Chormusik“ lädt die Uckermärkische Kulturagentur um 19.30 Uhr zum Benefizkonzert ein. Dafür bietet sie gleich drei Chöre auf, die mit dem  Preußischen Kammerorchester in sinfonischer Besetzung ein lange nachhallendes Musikerlebnis gestalten wollen. Mit dem Uckermärkischen Konzertchor Prenzlau  singen der Berliner Oratorien-Chor und Mitglieder von hardChor ELLA Berlin berühmte Werke der Kirchenmusik des Spätromantikers Anton Bruckner: die „Messe Nr.  3 f-Moll“ und das „Te Deum C-Dur“.

Damit setzt die Kulturagentur ihre Tradition von bis zu zwei großen Benefizkonzerten im Jahr fort. Im Frühjahr hatten die Preußen zugunsten von japanischen Kindern  gespielt. Nun musizieren sie zugunsten der neuen Orgel für die Marienkirche. „Unser weihnachtliches Benefizkonzert in St. Maria Magdalena findet daher 2012 nicht  statt“, erklärt Jürgen Bischof. Die Idee zum Konzert für die Marienorgel entwickelten der Agentur-Direktor und Kantor Hannes Ludwig schon vor vielen Monaten. Als  das 1927 in der holländischen Firma Johann de Koff gebaute Instrument zu Jahresbeginn in Prenzlau ankam, hatte Ludwig von den Schäden im Inneren nichts geahnt.  „Die Gemeinde entschloss sich darum zu einer gründlichen Restaurierung, bevor die Orgel in St. Marien aufgebaut wird. Schließlich soll sie mindestens noch 200 Jahre spielen“, lächelt er. Mit rund 60 000 Euro wird sich der Aufwand auf rund ein Fünftel der Kosten einer neuen Orgel belaufen – dennoch viel Geld für die  Kirchengemeinde. Zwar ist der Eigenanteil dank vieler Spenden auch aus der Bevölkerung zu einem Drittel gesichert. Doch selbst wenn die Zusage einer Stiftung noch  kommt, fehlen etliche Euro. So will der Kantor einen besonderen Beitrag leisten. „Nach dem Konzert werde ich Orgelpfeifen anbieten, die aus der Utrechter Orgel von  einem im Nachhinein eingebauten, überflüssigen Register stammen.“ Die erste Sammlung dieser Art hatte zum „Uckermärkischen Orgelfrühling 2012“ bereits 500  Euro eingebracht.

Bei so viel Einvernehmen verwundert nicht, dass Jürgen Bischof und Hannes Ludwig jetzt schon ein gemeinsames Konzert von Konzertchor, Kantorei und Preußen zur  Einweihung der spätromantischen Orgel für St. Marien planen, dessen Programm schon feststeht.

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