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Preis der Stadt Prenzlau & Porträt Felicitas Richter

Uckermärkischer Konzertchor e. V. mit Preis der Stadt Prenzlau ausgezeichnet

Auf dem Neujahrsempfang des Bürgermeisters der Stadt Prenzlau am 12. Januar 2012 wurde der Uckermärkische Konzertchor Prenzlau e.V. mit dem Preis der Stadt Prenzlau ausgezeichnet. Mit diesem Preis würdigt die Stadt "Menschen, Vereinigungen oder Institutionen, die sich in herausragendem Maße für die Stadt und ihre Einwohner engagiert haben."

Im Beisein des Ministerpräsidenten Matthias Platzeck nahmen die Vereinsvorsitzende Dagmar Krecker, der Künstlerische Leiter Jürgen Bischof und die Chormitglieder Thilo Glöde und Marie-Luise Brack den Preis entgegen. Die Prenzlauer Zeitung berichtet dazu: "... Auch als danach der Preis der Stadt Prenzlau vergeben wird, brandet Beifall auf – die Mitglieder des Uckermärkischen Konzertchores müssen im Anschluss lange Zeit  Gratulantenhände schütteln."

Verleihung des Preises der Stadt
                  Prenzlau (Foto: Franz Roge)



Prenzlauer Zeitung vom 16.01.2012

„Haben einfach gemacht, nicht lange diskutiert“

Bis zur Wende ist Felicitas Richter als Ingenieurin für Hochbau tätig. Ihr weiterer beruflicher Weg verschlägt sie seit dieser Zeit in die „Kulturarche“, ins Kloster und schließlich ins Standesamt.

Von Lisa Martin

Prenzlau. Felicitas wird sie eigentlich nur selten genannt. Wer sie kennt, mit ihr „per Du“ ist, nennt sie meist Feli oder Flitzi. Vor allem im  Uckermärkischen Konzertchor, dem sie seit Ende der Siebziger angehört, ist sie unter letzterem Namen bekannt.

Als der Chor jetzt mit dem Preis der Kreisstadt Prenzlau ausgezeichnet wurde, stand sie nicht mit auf der Bühne. Aber das Lächeln, das über  ihr Gesicht huschte, als sie den „Sangesschwestern und -brüdern“, wie sie sie gern nennt, applaudierte, war von Freude und einem gewissen  Stolz geprägt. Denn am Erfolg des Ensembles hat auch sie Anteil. Vergangenes Jahr wurde sie dafür mit der Medaille der Stadt Prenzlau  geehrt.

Den Vereinsvorsitz im Chor hat  sie vor einigen Jahren abgegeben. Das Singen aufzugeben, wäre für sie aber unvorstellbar. „Irgendwann wurde dieser ‚Zweitjob‘ zu viel und ich musste für mich eine Entscheidung treffen. Leicht ist mir dieser Entschluss nicht gefallen, aber es ist  schon ein gutes Gefühl, zum Chor zu gehen und einfach nur mitzusingen.“

Ganz bekommt sie das jedoch bis heute nicht hin. Spätestens zum Verkauf der Karten für die Weihnachtskonzerte mischt sie bei den formellen  Vereinsobliegenheiten wieder mit und wenn danndie Besucher in die Nikolaikirche strömen, steht sie noch immer ganz  selbstverständlich mit im Gang und weist Plätze zu. Sie organisiert und managt schließlich gern. Das hat sie jahrelang auch im Dominikanerkloster getan. Sie hat, wie man so schön sagt, „ein Händchen dafür“, reibungslose Abläufe zu gewährleisten.

Das braucht sie auch im neuen Job. 2010 wechselte die langjährige Mitarbeiterin des Klosters (davor Kulturarche) ins Standesamt der Stadt.  „Das war ein guter Tausch“, blickt sie zurück. Angst vor der neuen Herausforderung, vor der kompletten Umstellung hatte sie nicht. „Es ist  doch auch mal schön, nicht bei der Veranstaltungsorganisation mitzuwirken, sondern selbst im Publikum zu sitzen“, sagt sie. Und schließlich  war dies nicht die erste berufliche Veränderung.

Den krassesten Bruch erlebte sie nach der Wende, als die Ingenieurin für Hochbau an der Seite ihrer damaligen Chefin Ingrid Brun und  gemeinsam mit anderen enthusiastischen Mitstreitern Anfang der 1990er Jahre begann, die Kulturarche aufzubauen. Bewegte Zeiten. Alles  war im Aufbruch, man konnte ausprobieren, den Blick in die Welt wagen, Neues entdecken. Ausstellungen, Lesungen, Konzerte... „Es hat  einfach Spaß gemacht.“ Die Lebendigkeit dieser Zeit kam ihrem Naturell entgegen. „Wir haben so viel einfach gemacht und nicht lange  darüber diskutiert.“ Das Dominikanerkloster sollte eine Weiterführung der Arbeit der Kulturarche bedeuten. „Von den Möglichkeiten, die das Haus bot, vor allem vom Kleinkunstsaal und dem Friedgarten, waren wir  begeistert. Da steckte viel Potenzial drin.“ Das wurde genutzt. Doch es war nicht mehr die Arche. „Zugegeben: da steckt auch Wehmut in den Erinnerungen. Aber alles gehört in seine Zeit“, sagt sie heute  rückblickend.

Während sich das Arbeitsumfeld änderte, blieb eines konstant: die Liebe zur Musik, die Begeisterung für die Chorarbeit. Denn das, was die rund 90 Sängerinnen und Sänger in ihrer Freizeit tun, ist Arbeit. „Da werden  viel Fleiß und Disziplin abverlangt.“ Die wöchentlichen Probenabende, die Chorwochenenden und zusätzlichen Treffen des Ensembles, wenn es große Konzerte vorzubereiten gilt, kosten Zeit und Kraft. „Aber es  macht auch riesigen Spaß“, sagt Felicitas Richter mit einem strahlenden Lächeln und erzählt von den Freundschaften, die entstanden sind; von der Freude am gemeinsamen Singen, vom Glücksgefühl nach  erfolgreichen Konzerten, die nicht nur das Publikum begeisterten.

Erfüllung findet sie auch in der Arbeit als Standesbeamtin. Nachdem sie noch einmal die Schulbank drückte und die notwendige Qualifikation erlangte, hat sie mittlerweile 47 Paare getraut. „Da ist keine Routine dabei.  Es ist immer wieder schön und neu und aufregend.“ Sie findet die richtigen Worte, gibt den zumeist jungen Leuten das Gefühl, auf einem guten Weg zu sein, ermuntert und ermutigt, scherzt auch gern und entkrampft  auf diese Weise manche Situation. Das speist sich vielleicht aus dem eigenen Glück. Ihren Mann, Thomas Richter, hat sie damals, in den Neunzigern, in der Arche kennen gelernt, als die Freimaurer die Räumlichkeiten nutzten. Mittlerweile haben die beiden ihren 17. Hochzeitstag gefeiert. Und nichts bereut. Die Kinder, vor der Wende geboren, sind lange schon aus dem Haus und haben selbst Kinder. Sie hat sie gern um sich. Aber  sie zieht sich ebenso gern zurück, mag die Ruhe, wenn sie ein Buch lesen, Klavier spielen, Musik hören oder mit ihrem Mann ausgedehnte Spaziergänge und Radtouren unternehmen kann.

Felicitas Richter (Foto: LM)



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