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Weihnachtsoratorium: 20. Dezember 2008

Uckermark-Kurier vom 22.12.2008

Wie eine „Reportage“ voller Eindringlichkeit

Die Verkündigung von Bachs „Weihnachtsoratorium“ vereint deutsche und polnische Künstler.

Von Peter Buske

Prenzlau. Es gehört inzwischen zur Adventszeit wie Lichterbaum, Christstolle und Spekulatius: Bachs mehrteiliges „Weihnachtsoratorium“ BWV 248 mit seinem Jauchzen und Frohlocken, seinen wirbelnden  Pauken und strahlenden Trompeten, jubilierenden Geigen, innigen Flöten und Oboen. Regelrecht neugierig nähern sich am Vorabend des 4. Advents das Preußische Kammerorchester, der Chor der Camerata Nova Stettin, Mitglieder des Uckermärkischen Konzertchores Prenzlau und ein junges Solistenquartett den stimmungsfestlichen Noten dieser so prächtig vertonten Weihnachtsbotschaft. Sie erklingt diesmal in der rappelvollen Pfarrkirche St. Maria Magdalena, deren vorzügliche Akustik sich – anders als in der diesmal nicht zur Verfügung gestellten Nikolaikirche – wahrlich als Dienerin am Werk erweist.

Für „Preußen“-Chefdirigent Frank Zacher ist’s das erste „WO“, wie man die Kantatensammlung in Fachkreisen ein wenig salopp bezeichnet. Er hat die ersten drei Teile ausgewählt. Und bevorzugt dabei eine lebendige,
fast modern anmutende Lesart wie eine spannende, von Glanz überstrahlte „Reportage“ voller glaubhafter Eindringlichkeit. Da wird nicht übertrieben gejauchzt und frohlockt, forciert den Arieninhalten nachgeforscht oder seelenvoll salbadert. Stattdessen bevorzugt Frank Zacher gleichmäßig atmende Tempi, durch die sich die Barockklänge frei entfalten können. Er setzt auf einen klaren und intensiven, mitunter etwas nüchternen Ton,  der ohne Umschweife zum Wesentlichen vordringt. Spannung vom ersten bis zum letzten Takt. Textverständlichkeit dito.

Im berühmten Eingangschor „Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage“ verbindet sich der kernige polnische Männerstimmenklang mit der Sicherheit und Geschmeidigkeit der deutschen Damenriege auf das Vorzüglichste. Auch sind Chor und Orchesteraufgebot im Massegleichgewicht – Ohren, was wollt ihr mehr?! Frisch wird musiziert, wobei die zur Arienbegleitung so wichtigen Holzbläser (Fagott, je zwei Flöten, Oboen und Englischhörner) erhöht im vorderen Altarraumbereich sitzen, die Streicher plus Pauken und Trompeten dagegen vor den Treppenstufen. Zur musikalischen Verkündigung treten die seitlich sitzenden Gesangssolisten je nach Erfordernis zwischen die singenden und musizierenden Heerscharen. Auch solche Optik schafft dem Hörer sofort die nötige innere Aufnahmebereitschaft.

Sehr engagiert, ein wenig opernnah und leider stark erkältet trägt Joseph Schnurr mit seinem baritonal eingefärbten lyrischen Tenor die Rezitative des Evangelistenberichts vor. Bewundernswert, wie er die  gestaltungsanspruchsvolle und koloraturenrasante „Frohe Hirten“-Arie meistert. Den Erfordernissen nach wortgezeugtem Ausdruck entsprechen sowohl Markus Vollberg (Bass), der kraftvoll und zügig den „Großen Herrn und starken König“ lobpreist, als auch Uta Buchheister (Mezzosopran), die ihre beseelten Arien („Bereite dich, Zion“, „Schlafe, mein Liebster“ und „Schließe, mein Herze“) mit marienmütterlicher stiller Freude vorträgt. Nur sie ist es auch, die die Dacapoteile der Arien nach barocker Singepraxis mit Verzierungen ausstattet.

Hell getönt, in der Höhe leicht verhärtet, singt Friederike Harmsen den Sopranpart. Von „matten Gesängen“, wie es im Eingangs- und Schlusschor der dritten Kantate heißt, ist weit und breit nichts zu hören. Dafür viel von „der Herzen frohlockendem Preisen“, das abschließend mit anhaltendem Beifall belohnt wird.



Prenzlauer Zeitung vom 22.12.2008

Weihnachtsoratorium begeistert über 400 Besucher in St. Maria Magdalena

Weihnachtsoratorium 2008 (Foto: Heiko Schulze)Prenzlau (HS). Der Platz reichte am Sonnabend kaum aus, um alle Besucher zu erfassen, die in der katholischen Kirche St. Maria Magdalena das Weihnachtsoratorium erleben wollten. Einige der über 400 Zuschauer nahmen Stehplätze in Kauf, um das knapp eineinhalbstündige Konzert unter dem Dirigat von Frank Zacher genießen zu können.

Das beliebte Werk Bachs wurde dargeboten vom Preußischen Kammerorchester, dem Kammerchor der Camerata Nova aus Stettin und Mitgliedern des Uckermärkischen Konzertchores. „Es ist ein Beispiel für das harmonische Miteinander der Prenzlauer und Stettiner Ensemble“, freute sich Jürgen Bischof.

Bei freiem Eintritt wurden Spenden für die Durchführung der zweiten Kinderoper und für ein caritatives Projekt, das werdende Mütter in Notsituationen unterstützt, gesammelt.


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